web 2.0

Jetzt würd'z würzig!

Hier ziehen ab jetzt wohlige Curry-Duftnoten durch den Laden, und die Frau K. hatte gestern den ein oder anderen Niesanfall... Warum? Weil unseren Laden jetzt ein besonderes Schmuckstück ziert - eine ganze Wand voller Gewürze!

 

46 verschieden Salze, Gewürze und Gewürzmischungen von Ingo Holland sind jetzt bei uns zu haben, z.B. Tikka Masala, Schwarzer Pfeffer Tellicherry oder Ashanti-Rub. Alle Gewürze stammen aus der Manufaktur von Ingo Holland. Passende Rezepte findet man in den beiden Büchern von Ingo Holland: Gewürze und Salz. Beide wurden übrigens schon vom Institut für Koch- und Lebenskunst gekürt: "Gewürze" zum Kochbuch des Monats Juli 2006 und "Salz" sogar zum Kochbuch des Jahres 2009

Dank der "Schnüffelgläser" können sich unsere Kunden nun ein eigenes Geruchsbild der Produkte machen. Bei manchen ist aber Vorsicht geboten, sonst drohen Niesattacken und tränende Augen, denn gerade die "chiligen" Mischungen haben's in sich. ;-)
Bei uns im Onlineshop gibt es natürlich auch ein
virtuelles Gewürzregal - viel Spaß beim Schnüffeln! 

P.S.: Kollegin Frau S. ist ganz aufgeregt angesichts der vielen neuen Würzmöglichkeiten - demnächst gibt es hier also erste Erfahrungsberichte...

Tags:

Bunt, süß und wollig

Was macht die Kochbuchhändlerin, wenn der Mann (natürlich kochenderweise!) die Küche besetzt? Zurücklehnen und zuschauen?? Gute Idee, aber auf Dauer langweilig. Und auch gefährlich wenn SIE sich nicht mit hilfreichen Tipps und Kommentaren zurückhalten kann. SIE will ja nicht den kochenden Kerl verschrecken...

Seit kurzem habe ich also eine Tätigkeit wiederentdeckt, die seit der neunten Klasse in mir schlummerte... Damals nur lästige Pflichtveranstaltung, jetzt ein praktischer Zeitvertreib. Denn die ganze Sache hat ja einen Sinn und soll in Kürze (passend zum Thema) den Schaukasten zieren.

Tja, der erste Versuch ähnelte noch mehr einem "Klorollenverhüterli" - direkt aus den 70ern entsprungen.

Aber mit ein bisschen Übung entstanden dann auch ansehnlichere Exemplare - und wenn man hineinbeißt, hinterlassen die auch nur ein ganz leicht pelziges Gefühl auf der Zunge... 
 

Und wer es jetzt noch nicht erkannt hat: Bei uns gibt es demnächst einen Schaukasten mit Cupcake-Büchern - uuuuuuuuuuuuund mit Häkel- und Strick-Cupcakes. Foto kommt dann...

Was vom Jahre übrig blieb

 

 

Bald ist ja wieder Weihnachten, Ostern, Karneval...


aber ich häng noch etwas dem alten Jahr nach. Insbesondere was meine Koch- und Blogaktivitäten angeht. Es ist ja nicht so, dass ich nichts getan hätte. Au contraire, meine Lieben. Gekocht habe ich jede Menge, ich komm nur nicht zum Schreiben. Immer wenn ich mich hinsetzen wollte, guckte mich mein Wollkorb so unschuldig aus der Ecke an und flüsterte „Na los, ich weiß doch, dass du was stricken willst.“ Was soll ich sagen? Er hatte Recht. Außerdem hatte meine Wolldealerin auch noch neue Felted Tweed reinbekommen. Und somit kann ich zwar keine neuen Blogeinträge aber dafür eine Jacke, eine Decke, ein Paar Socken, einen Schal, zwei Mützen und eine halbe Stola vorweisen. Ich gelobe aber hiermit feierlich das wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen.

Wo war ich? Achja, Kochen, Weihnachten.

Weihnachten bei Familie K. wird immer viel gegessen. An allen drei Tagen. Und auch, wenn ich mich

mal wieder nicht gegen das obligatorische Roastbeef durchsetzen konnte, so hatte ich doch Vorspeise und Dessert annektiert und auch beim Roastbeef hatte ich bzw. die gute Donna ihre Finger im Spiel.

Aber fangen wir der Reihe nach an. Zur Vorspeise gab es gefüllte Riesenchampignons. Die hab ich schon letztes Jahr einfach ohne Rezept improvisiert. Einfach Stiele herausdrehen und klein würfeln. Die Pilze mit einem Teelöffel noch etwas weiter aushöhlen. In einer Schüssel Frischkäse mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Kräutern verrühren, dann vorsichtig Krabben unterheben. Ab mit der Füllung in die Pilze und erstmal weg stellen.

Für das Dessert hatte ich mir eines meiner momentanen Lieblingsbücher geschnappt. „Ein Abend am Kamin“ ist im Thorbecke Verlag erschienen, und Thorbecke macht halt Mädchenbücher. Zumindest sind Kollegin Nicole, Mrs. Wordmountain und ich dieser Meinung. Sie sind gebunden, haben ein schönes Format, schönes Vorsatzpapier und sind überhaupt wunderschön. Wenn man „Ein Abend am Kamin“ durchblättert, möchte man sich irgendwo einkuscheln und kochen und essen. Wirsingkohlsuppe mit Kartoffeln und Speck, Omelette mit Räucherlachs, Rauchiger Eintopf mit weißen Bohnen, Schweinebraten mit Apfel-Fenchel Auflauf, Scharfer Blumenkohl...

Das tolle ist: Dieses Buch deckt einfach alles ab. Von Vorspeisen und Suppen, Braten und Beilagen bis zu Desserts, Gebäck und Getränke zum Aufwärmen. Die Arbeitskollegin einer Freundin hat ihr komplettes Weihnachtsmenü aus diesem Buch zusammengestellt. Bei mir kam bislang lediglich das Dessert von Seite 140 auf den Prüfstand: Tartes mit Äpfeln und Blaubeeren.

Der Boden besteht einfach aus aufgetautem Blätterteig, der ausgerollt wird. Für den Belag werden Äpel entkernt und mit Schale in möglichst gleiche Scheiben geschnitten. Am besten funktioniert das mit dem Hobel. Dann wird aus Zucker und Wasser ein Sirup gekocht, der mit Vanillemark gewürzt wird und in dem die Äpfel dann ein paar Minuten dünsten. Schließlich die Blaubeeren dazu geben und noch etwas nachziehen lassen. Et voilà, fertig. Auch dieser Topf konnte erstmal beseite gestellt werden.

 

Das Roastbeefrezept für den Hauptgang hab ich der Donna abgeluchst. Falls einige von euch tatsächlich nicht wissen, von welcher Donna ich rede: Donna Hay natürlich. Die Australierin schreibt unter anderem für Marie Claire und hat schon einige Kochbücher rausgebracht. Zuletzt das wundervolle „Jahreszeiten“ in dem sie ihrer frischen, jungen Küche eine saisonale Ausrichtung gegeben hat. Das Buch ist somit auch in die vier Jahreszeiten unterteilt und jede Jahreszeit hat ein herzhaftes und ein süßes Kapitel. Das Roastbeef steht natürlich auf Seite 260 im Winterkapitel.

Aus Senfsamen, Thymian, Meersalz, Pfeffer und Olivenöl habe ich eine Paste zubereitet, mit der das Roastbeef eingerieben wurde. Dann habe ich das Fleisch scharf angebraten und nach Donna für 2 Stunden bei lediglich 120°C in den Ofen geschoben.

Nach einiger Zeit habe ich dann die Pilze dazugeschoben, denn vor der Bescherung sollte gegessen werden und Teile der Familie K. zappelten schon ungeduldig auf dem Sofa hin und her.

Die Pilze waren lecker, aber auch keine besondere Überraschung. Das Roastbeef hingegen war die absolute Offenbarung. Nachdem es gut 2 Stunden im Ofen war, hatte es eine Kerntemperatur von 55°C und war bereit mit vereinten Kräften aus dem Ofen geholt und in Alufolie verpackt zu werden. (Kleiner Tipp: Vorher den Ehering abnehmen.)

Nach ca. 10 Minuten Ruhephase setzte ich beherzt das Messer an und wurde von einem absolut perfekten Roastbeef belohnt. Zartrosa Farbe, klarer Fleischsaft und butterzartes Fleisch.

Verzeiht bitte, dass ich keine Fotos gemacht habe, aber ihr wisst ja gar nicht, wie schnell meine Familie so ein Roastbeef verputzen kann.

Stunden später waren alle wieder einsatzbereit für das Dessert. Ich habe die Äpfel in dem Topf nochmal kurz erwärmt, weil der Zucker die Masse ziemlich fest werden ließ und ich ein paar kleine Probleme beim Verteilen hatte. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sieht doch ziemlich professionell aus, oder? So beladen, kamen die Tartes dann für 20 Minuten in den Ofen, wo der Blätterteig schön locker aufgehen sollte. Nun ja, räusper wie soll ich sagen: Es stellte sich heraus, dass ich beim Ausrollen etwas zu enthusiatisch vorgegangen war. Die Tartes waren nach dem Backen immer noch genauso flach wie vorher. Wer denkt, man könne Blätterteig nicht totwalzen, irrt. Auf peinliche Beweisfotos hab ich mal verzichtet.

Dem Geschmack hat das aber keinen Abbruch getan. Lauwarm mit nicht ganz fest geschlagener Sahne waren die Tartes ein absoluter Genuss und stehen garantiert wieder mal auf dem Menüplan.

So, ich find für den heiligen Abend war das erstmal genug. Am 2. Weihnachtstag hab ich dann wieder den Kochlöffel geschwungen. Aber davon erzähl ich nächstes Mal.



 

 

Fremdgegangen

„Du darfst andere Götter neben mir haben.“, würde Frau Deseine bestimmt zu mir sagen, wenn ich ihr beichtete. Ich habe nämlich Fremdgebacken. Aber ich konnte nicht anders. Wirklich. Es ging nicht. Dieses Buch ist einfach zu phänomenal, großartig, wundervoll...

räusper

Oliver Brachat ist gelernter Koch und Foodfotograf und hat bei seiner ersten Arbeit für den AT Verlag direkt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Cupcakes heißt es einfach. Nicht „Fantastische Cupcakes für jede Gelegenheit“, nicht „Lieblings-Cupcakes“, nicht „Das bestimmt beste Cupcake Buch der Welt“. Einfach nur Cupcakes und im Untertitel „50 neue Rezeptideen“ Mir gefällt ja dieses leichte Understatement. Dabei wären die anderen Titel durchaus gerechtfertig gewesen. Denn Oliver Brachat hat das geschafft, was, meiner Meinung nach, selten jemand vor ihm geschafft hat. Er hat ein fantasievolles, abwechslungsreiches Cupcake Buch geschrieben.

Als ich im Vorfeld in meinem Freundeskreis erzählte, dass ich demnächst mal Cupcakes backen wollte, kam mir immer folgende Frage entgegen: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes?“ Achtung, jetzt folgt die eigene und vermutlich falsche Definition der Frau K. Muffins sind ähnlich wie ein Rührteig, während Cupcakes auch aus anderen Teigen sind, eben kleine Kuchen sind. Wikipedia hat mich zwar grad eines besseren belehrt, aber ehrlich gesagt ist mir der Unterschied auch egal. Was ich mit Gewissheit sagen kann, ist dass Oliver Brachats Cupcakes wirklich kleine Kuchen sind, und nicht nur einfach Muffins mit tollem Icing. Denn Icing ist und bleibt am Ende doch Zucker. Brachats Cupcakes zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie mit einer Vielzahl von verschiedenen Teigen gemacht werden. Von Streusel- über Brand-, bis Biskuitteig.

Den Anfang im Buch machen Apfel-Streusel Cupcakes und als bekennender Apfelkuchenfan, war das natürlich was für mich und musste sofort gebacken werden.

Auf der Einkaufsliste standen diesmal: Butter, Mehl, Zucker, Ei, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, Vanillezucker und Äpfel. Also hauptsächlich Sachen, die man zu Hause hat. Man braucht nicht einmal Papierförmchen.

Die einzige wirkliche Vorbereitung besteht daraus, dass man die kalte Butter würfeln und dann wieder in den Kühlschrank stellen sollte, dann hat man es später einfacher. Im Grunde werden alle Zutaten außer den Äpfeln zu Streuseln verarbeitet. Das kann man mit der Hand machen (reiben), mit der Küchenmaschine, oder sonstwie. Meine Hände sind eigentlich immer zu warm für sowas, die Butter schmilzt dann zu stark, und ich besitze keine Küchenmaschine, deswegen benutze ich für sowas immer einen pastry cutter, den ich mir vor ein paar Jahren mal in England zugelegt habe.

Sind die Streusel fertig, packt man in die Vertiefungen eines normalen 12er Muffinblechs jeweils einen Esslöffel Teig. Im Rezept steht, die Menge reicht für 8 Cupcakes. Bei mir waren es 10. Jetzt drückt man den Teig am Boden und und am Rand fest, sodass man eine Art Schale hat. Dann werden die Äpel geschält und ziemlich klein geschnippelt (Anbei das Angeberfoto. Ja, ich kann die Schale in einem Stück abschälen) und mit einer homöopathischen Dosis Zimt und einer guten Prise Muskat vermischt. Im Rezept steht 1/4 TL Zimt, aber das geht gegen meine religiösen Überzeugungen. Der Muskat hingegen ist meine eigene Idee. Passt einfach fantastisch in Apfelkuchen. Die Äpfel werden mit dem restlichen Teig vermischt und die Muffinform damit aufgefüllt. Ist ein ziemliches Rumgekrümel, aber Ruck-Zuck gemacht.

Jetzt verschwinden die Cupcakes für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Sofort nachdem ich die Form aus dem Ofen geholt habe, setze ich ein vorsichtig ein Kuchengitter drauf und drehe sie um. Leicht geklopft und alle Cupcakes lösen sich anstandslos aus der Form. Meine kurzzeitige Eingangsparanoia („Oh, sollte ich die Form nicht lieber buttern und mehlen?“) war vollkommen unbegründet.

Die Cupcakes sind echt der Knaller. Am besten noch leicht warm essen. Oder eben kurz in der Mikrowelle aufwärmen. Herr Brachat empfiehlt dazu Zimteis. Aber, es sind schon genügend unschuldige Apfelkuchen mit Zimt und/oder Marzipan verdorben worden. Ein paar geröstete Mandelblättchen hingegen...

Viel Spaß beim Nachbacken.

P.S.: Mir gefällt das Buch übrigens so gut, dass ich noch weitere Sachen backen werde. Vorschläge werden über die Kommentarfunktion entgegengenommen.

 

 

Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade


oder „How to bespaß a 15jährige.“


Letzte Woche hatte ich Besuch. Ein Ferienkind, wie mein Kollege so schön sagte. Für eine Woche sollte meine 15jährige Cousine bei mir bleiben. Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter auf sie aufgepasst, das ist allerdings schon etwas länger her. So vollpubertär ist sie ein vollkommen neues Erlebnis. Man (sie) möchte schließlich unterhalten werden. Und so hab ich in der letzten Woche: Lasagne, Karamellpopcorn, einen „Beautyabend“ und eben Erdnussbutter-Cookies mit zweierlei Schokolade aus I Love Cake fabriziert. Gibt es eigentlich ein Buch zu dem Thema „How to bespaß a 15jährige“? Sollte es auf jeden Fall. Vielleicht so n netten kleinen GU Ratgeber für € 7,99. Am besten im Doppelpack mit der „Anti-Stress-Diät“.

Aber Backen entspannt ja bekanntlich auch und Backen geht immer und entspannen ist auch immer gut.

Dieses Mal war das Backen tatsächlich etwas „aufwändiger“. Man braucht ganze 10 Zutaten für die Cookies. Los ging es mit dem bekannten Butter und Zartbitterschokolade Schmelzen in der Mikrowelle. („Aber die Butter ist doch viel eher geschmolzen, warum machst du nicht zuerst die Schokolade rein?“ -“Genau deswegen. Die Schokolade schmilzt dann in der flüssigen Butter und kann nicht anbrennen“)

Zucker und Eier unterrühren, und diesmal durfte mein Handrührgerät ran. Nachdem Mehl, Kakaopulver („Ich hab dir ja gesagt, zieh was an, dass dreckig werden darf.“) und Backpulver ihren Weg in den Teig gefunden hatten, war der Teig sehr zäh und ich hatte Mühe die klein gewürfelte Vollmilchschokolade mit dem Kochlöffel unterzuheben.

(„Warum nimmst du denn richtige Schokolade und keine Kuvertüre? Geht das überhaupt?“- „Ich nehm immer richtige Schokolade und Frau Deseine hat sich noch nie beschwert!“) Aber schließlich war es geschafft. Das Ergebnis sah allerdings alles andere als lecker aus. Eventuelle Assoziationen bitte ich schnellstmöglich zu unterbinden.

Geschmeckt hat es auch schon so. Meine Cousine kann das bestätigen.


Jetzt wurden teelöffelgroße Portionen (ich hab diesmal genau gelesen) zu Kugeln gerollt und etwas flach gedrückt auf einem Backblech verteilt. Wir waren da etwas enthusiastischer und haben die Kugeln fast vollständig plattiert.

Nach 12 Minuten Backzeit sahen die Cookies so aus.

 


Ein paar Cookies hatten leider keine Chance mehr abzukühlen, sondern fielen recht schnell einer kleinen blonden Vernichtungsmaschine zum Opfer. Der Rest wanderte auf den Ofenrost. In der Zwischenzeit habe ich Zucker zu Puderzucker gemacht und cremige Erdnussbutter untergerührt. Die Portion sah etwas mickrig aus, also haben wir direkt nochmal die Halbe Menge angerührt. Jetzt mussten wie beim Memory gleich Pärchen gefunden werden. Oder zumindest annähernd gleich große Cookies. Eine Hälfte wurde mit Erdnussbutter bestrichen und die andere Hälfte kam obendrauf.


Meine Kollegen haben sich wieder sehr gefreut. Aber man muss wirklich sagen, dass ungefähr zwei dieser Cookies eine vollwertige Mahlzeit ersetzen und die Mittagspause überflüssig werden lassen.

Am besten backt man sie für eine mittelgroße, sehr hungrige Meute. Lange lagern lassen sich die Kekse nämlich nicht. Sie werden nach ein paar Tagen in der Keksdose steinhart. Ihr solltet also dafür Sorge tragen, dass die Cookies möglichst bald verputzt sind.

Fröhliches Nachbacken.



 

Irgendwie sahen die anders aus

 

Jedes Jahr so Anfang Oktober stelle ich mir dieselbe Frage: Ist es zu früh für Kekse? -Nein! Muss die Antwort hierauf lauten, für Kekse ist es nie zu früh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nicht von Plätzchen, sondern von Keksen. Wo da der Unterschied ist? Wikipedia sagt, dass alle Kekse Plätzchen sind, aber nicht alle Plätzchen Kekse. Alles klar?

Ich sage: Plätzchen gibt es in der Weihnachtszeit, Kekse das ganze Jahr. Und um euch ganz zu verwirren habe ich mir „I Love Cake“ geschnappt und die Chocolate Chip Cookies von Seite 126 gebacken.

Sind denn Cookies jetzt Plätzchen oder Kekse? -Ruhe!!

Dieses Mal brauchte das Backen etwas mehr Vorbereitung. Vergeoise-Zucker stand im Rezept. Das ist ein französischer, feuchter Rübenzucker mit hohem Karamell- und Melasseanteil. Zur Not kann man den wohl auch durch Melasse oder Rübenkraut ersetzen. Das musste ich aber nicht ausprobieren, da eine Freundin bei ihrer Frankreichreise an mich gedacht hatte. Schokotröpfchen hatte ich ebenfalls schon gekauft und Butter und Eier sind eh immer im Kühlschrank. Prima, dachte ich mir, da kannst du doch am Sonntag schön Cookies backen, ist ja alles zu Hause. Denkste, ich hatte eine Zeile im Rezept übersehen: ½ TL natürlicher Vanilleextrakt. Mmmpf. Wo krieg ich den denn jetzt her?

Aber Improvisation ist ja sowas wie mein zweiter Vorname, und nach einem kurzen Blick in mein Vorratsregal beschloss ich den im Rezept verlangten Rohzucker zusammen mit einem Stücke Vanilleschote einzudosen auf das Vanillerohzucker daraus werde. Als nächstes wog ich schonmal die Butter ab, denn Frau Deseine verlangte im Rezept ausdrücklich weiche Butter. Das war's dann aber mit der Vorbereitung und ich konnte es mir erstmal wieder mit Tee und Fieberthermometer auf der Couch gemütlich machen. Schließlich sollte mit den Chocolate Chip Cookies 12 Stunden fieberfrei gefeiert werden, da darf man sich ja nicht selbst betuppen. Aber mein Imunsystem war artig.

Zwei Stunden später betrat ich erneut die Küche und machte mich ans Backen. Zuerst wurde die Butter mit Vanilleroh- und Vergeoise-Zucker schaumig geschlagen. „Bis sich das Volumen verdoppelt hat“, stand Frau Deseine mit erhobenem Zeigefinger hinter mir. Also schlug ich den größten Teil von „Sigh No More“ lang, plus komplett durch „The Cave“ von Mumford & Sons durch. Ich nehme solche Anweisungen meistens sehr ernst, vor allem, wenn ich mir einbilde den Sinn dahinter zu erkennen. „Auf der Zunge zergehen“ sollten die Cookies. Da kann es doch bestimmt nicht schaden, wenn ordentlich Luft unter der Butter ist.

Dann die Eier drunterschlagen. Die sollten vorher „verklopft“ werden, vermutlich damit sie sich sofort besser verteilen und ich nicht direkt die ganze Luft wieder rausschlage. Bei uns heißt das auf jeden Fall „verklappern“ und ich habs mal brav getan. Danach sollten Mehl, Backpulver und Schokotröpfchen nur zärtlich untergehoben werden, et voilà: fertig.

Der Backofen war auf 190°C vorgeheizt und meine beiden Backbleche standen mit Backpapier bestückt da. Als nächstes sollte ich eine wichtige Lektion lernen: Wenn im Rezept steht: Esslöffelgroße Kleckse Teig auf dem Backblech verteilen, bedeutet das anscheinend, dass die Kleckse die Größe von Esslöffeln haben sollten. Und nicht, einen guten Esslöffel voll Teig großzügig verteilen. Denn nach 9 Minuten im Ofen waren meine Kekse handgroß - und ich rede hier von meinen Riesenpranken - ja fast schon kinderkopfgroß. Und sie sahen überhaupt nicht aus wie auf dem Foto im Buch. Kein bisschen. Was war ich denn stolz auf mich, die letzten Male. Alles umsonst? Ja, die Cookies waren wahnsinnig lecker. Zart und leicht und zergingen auf der Zunge, aber sie sahen nunmal komplett anders aus. Ich werd noch ein bisschen üben müssen.

Aber ich frage euch? Woran hat es gelegen? Mmh, eigentlich sollte jetzt ein Foto der fertig gebackenen Kekse diesen Blog zieren, aber meine Mitbewohner waren schneller. Merke: das Blech zum Auskühlen nicht in der Küche stehen lassen. Stattdessen ein Bild von Sven mit Keks im Bauch.

Haaaaaaa-tschi!

Der Herbst ist noch nicht ganz da, aber dafür die erste Erkältungswelle... Meinereiner kriegt nur noch mühsam Luft, Fräulein K. hantiert mehr mit Taschentuch & Hustensaft statt mit Backform & "I love Cake". Nach zwei Litern Bronchialtee kam mir dann die zündende Idee für den heutigen Blogeintrag - und deshalb gibt es heute ein paar Bücher gegen den Schnief:

Gegen Erkältung und jede Menge anderer Beschwerden (von Blähungen über Fußpilz bis zu Verstopfung) gibt es "Heilende Nahrungsmittel". Der Amerikaner Dr. James A. Duke möchte mit dem Leser "den Einsatz kostpieliger und beunruhigender Arzneimittel ersparen" (laut Vorwort). So ganz unbedacht isser dann aber doch nicht, denn im weiteren Text wird man dreifach gewarnt:
1. Vorsicht beim Ausprobieren neuer Lebensmittel (insbesondere bei Allergien)
2. vor dem Ausprobieren ggf. mit dem Arzt sprechen
3. genug Zeit lassen, damit das Heilmittel wirken kann
Das Buch ist nach den einzelnen Krankheitsbildern alphabetisch sortiert. Ich habe natürlich mal unter E wie Erkältung nachgeschaut. Jetzt muss ich also z.B. Folgendes verstärkt zu mir nehmen:
- Holunderbeeren: Wie praktisch, dass gerade Holunderzeit ist! Nur schade, dass Herr Duke nicht schreibt, in welcher Form man die Beeren zu sich nehmen soll?!
- Honig: Dieser soll u.a. antimikrobiell wirken. Allerdings warnt Herr D., dass zuviel Honig die Entstehung von Karies fördern kann. Danke für diesen Tipp!!
- Hühnersuppe: Hey, toll! Sogar Fertigsuppen sollen helfen...
- Knoblauch, Zwiebeln und Lauch: Klasse, damit senke ich sogar das Ansteckungsrisiko meiner Mitmenschen, da die sich dann freiwillig von mir fernhalten! (Komisch, diese Wirkung kommt im Buch gar nicht zur Sprache... *g*)
Tja, meine Oma hätte wohl ähnliche Tipps gehabt - aber das Buch beweist auch, dass die Hausmittel von "anno dazumals" durchaus ihre Berechtigung haben, denn der wissenschaftliche Hintergrund der Wirksamkeit wird jeweils mit erläutert.


Von den Oma-Tipps ist es nicht mehr weit bis zur guten alten Hildegard von Bingen. Was Heilkräuter angeht, hatte die Hildegard schon vor ein paar hundert Jahren den Durchblick. Bei ihrer Heilkunde stehen die Kräuter im Vordergrund. Ich hab natürlich bei "Schnupfen" und "Husten" nachgeguckt. Gegen Husten helfen: Pflaumenkerne, Wermutpresssaft und Bertramwurzel. Und für bzw. gegen den Schnupfen brauch ich weißen Weihrauch, Fenchelkraut und Dillspitzen. Hm... Weihrauch? Naja, die Hildegard war ja auch Ordensfrau...


Vielleicht nehme ich dann doch besser eine zeitgenössische Kräuterfrau zu Hilfe?! Passend wäre da beispielsweise das Buch von Sieglinde Leibner, die in ihrer Naturapotheke "Heilschnäpse, Kräutertees & mehr" im Angebot hat.Auf den ersten 70 Seiten gibt es Kräutersammeltipps und Kräutersteckbriefe, in welchen die jeweilige Pflanze, die Inhaltsstoffe, die Heilwirkung und die Verarbeitung beschrieben werden. Jede Pflanze ist mit einem Foto illustriert, und am Ende des Bestimmungsteils gibt es einen Sammelkalender, in dem die Sammelzeit, die wirksamen Teile und die Standorte noch einmal zusammengefasst werden. Der zweite Teil des Buches beinhaltet dann die Rezepturen (und die Verwendungszwecke) für alkoholische Pflanzenauszüge, Heilschnäpse, -liköre und -weine und Rezepte für Teemischungen, Tropfen, Salben und Balsame. Ich hab auch schon ein Rezept für mich gefunden: Fichtenspitzenlikör "Moosmännlein"! Dort steht zur Anwendung: "ein gutes Bronchienmittel, 1-2 Schnäpschen am Tag sind die richtige Dosis". Na dann: Wohlsein! :-)


Nur nicht unter Druck setzen lassen

Ich hatte ja groß getönt, mich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen was mein Backprojekt angeht. Jetzt ist es doch geschehen. Hat ja wahnsinnig lange gehalten, der Vorsatz *mmpf*

Gestern abend gegen halb sieben war ich noch unterwegs, als mir einfiel, dass ich meinen Kollegen heute einen Kuchen versprochen hatte. Ich schwankte zwischen "Mir doch egal" und "Du musst schon einen Kuchen mitbringen". Was soll ich sagen: letzteres hat gewonnen. Da gestern Abend weder Zeit noch Lust in übergroßem Maße vorhanden waren, musste es etwas Einfaches und Schnelles sein. Außerdem war mein Rucksack ziemlich vollgestopft, also musste es etwas sein für das ich nicht mehr großartig einkaufen musste. Der Susanne und der Mrs. Wordmountain hatte ich was Schokoladiges versprochen. Die drei Kriterien für das gestrige Rezept waren also gesetzt. Zufällig war grad ein Exemplar von "I Love Cake" in der Nähe, wo ich meine Nase reinsteckte. Sofort wurde ich auch fündig. Deswegen heißt mein Rezept heute:

Nathalies Schokofondant-Kuchen
(von Seite 80)

Wer Nathalie ist? Keine Ahnung. Ich habe in dem Buch keinen Hinweis darauf gefunden. Aber das war mir ehrlich gesagt auch egal. Die Zubereitungszeit klang mit 5 Minuten sehr vielversprechend und es wurden lediglich 5 Zutaten verlangt. Alles, bis auf Schokolade, hatte ich noch zu Hause.  (Schokolade ist irgendwie immer so schnell aufgegessen abgelaufen...) Schoki kriegt man aber zur Not noch am Kiosk um die Ecke, was dieses Rezept zu einem idealen "Samstagabend-Morgen-kommt-Oma-ich-muss-noch-Kuchen-backen-aber-die-Geschäfte-sind-schon-zu-und-eigentlich-würde-ich-jetzt-lieber-tanzen-gehen"-Kuchen macht. Die Schokolade in der Jackentasche kam ich zu Hause an und machte mich direkt an den üblichen Küchenaufbau. Das Rezept ist eher am Anfang des Buches und daher reichte es diesmal, das Buch mit Schere und Dosenöffner zu fixieren. Es würde ja eh nicht lange da stehen, wenn Frau Deseines versprochene Zubereitungszeit von 5 Minuten tatsächlich zutreffend war.

Zuerst schmolz ich Butter zusammen mit der Schokolade in der Mikrowelle. Da unsere Mikrowelle etwas störrisch ist und nur die Tasten 1,3 und 7 funktionieren, erhitzte ich die Butterschokolade 3 mal für 33 Sekunden und rührte zwischendurch gut um. Um den Zucker in die Masse zu rühren habe ich einen Schneebesen genommen, damit sich schonmal so viel wie möglich von dem Zucker auflöst. Für die Zugabe der Eier empfiehlt Frau Deseine einen Kochlöffel und who am I to argue? Ich nahm also meinen zweitliebsten Kochlöffel (den mit dem Loch drin) und rührte ein Ei unter die Masse. Und noch eins. Und noch eins. Insgesamt 5 Eier wurden in dem Teig schön brav nacheinander untergebracht. Mmh, 5 Zutaten, 5 Minuten, 5 Eier. Ich fänd ja Schoko 53 wäre ein toller Name für den Kuchen.

Aber das nur am Rande. Der Teig wurde immer zäher, begann zu glänzen, der Zucker löste sich weiter auf und meine Augen wurden größer und größer. Wenn der Kuchen nur halb so gut schmecken würde, wie er im rohen Zustand aussah, würde es ein voller Erfolg werden. Abgerundet wurde der Teig von einer Prise Mehl. Meine heißgeliebte Pieform hatte ich schon vorher eingefettet und nach Frau Deseines Rat mit Backpapier versehen. Schnell wurde der Teig in die Form gefüllt und ich widerstand sogar der Versuchung den Teigschaber abzulecken.

Der Ofen war vorheizt und bereit für den Kuchen. 22 Minuten - länger nicht sollte der Kuchen im  Ofen verweilen. "Die Mitte muss noch flüssig  sein"  Nun gut, nach 22 Minuten in meinem Ofen  ist der Kuchen bis auf die Oberfläche noch  komplett flüssig, also verlängerte ich die Backzeit  um 5 Minuten. Das Gebilde war zwar immer noch  etwas fragil, wackelte aber nicht mehr ganz so  gefährlich wie 5 Minuten zuvor. Laut Frau  Deseine sollte der Kuchen sofort aus der Form  geholt werden und auf einem Kuchengitter zum Abkühlen Platz nehmen. Gut, Kuchengitter hab ich nicht, aber der Ofenrost tut es bestimmt auch. Beim Hantieren mit Pfannenwender, Kuchenform und Topfuntersetzer verbrannte ich mir den Zeigefinger (Das war aber eigene Blödheit.) und eine Hand mehr wär auch nicht schlecht gewesen. Ich beschloss, das mit dem "aus der Form holen" etwas freier zu interpretieren, da dieser Ofenrost schon in der WG war als ich eingezogen bin. Also blieb das Backpapier drunter. Fertig! Tatsächlich fertig! Der Blick auf die Uhr verkündete mir, dass es bereits viertel vor zehn war. Aber ich hatte ja auch erst nach neun angefangen. Und ich habe die veranschlagten 5 Minuten überschritten. Dennoch finde ich, dass es ein prima "Auf die Schnelle"-Rezept für abends vor dem Weggehen ist. Der Zeitplan: Schokolade schmelzen, währenddessen Klamotten raussuchen. Den Teig anrühren und in den Ofen schieben. Küchenuhr gestellt und ab unter die Dusche. Mit Bademantel in die Küche um den Kuchen aus dem Ofen zu holen. In Ruhe anziehen, schminken, etc. Wenn man nachts nach Hause gekommen ist, schnell den Kuchen mit Folie abdecken und am nächsten Tag hat man einen absolut fantastischen Kuchen für die liebe Verwandtschaft. Oder die Freunde. Oder, wie in meinem Fall, die Kollegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja, der Kuchen ist wirklich so lecker wie er aussieht. Außen leicht knusprig, in der Mitte zart schmelzend und unglaublich cremig. Genau das Richtige für unseren Schokoholic Frau Seidel. Fazit: Oh ja!

Eine neue Liebe braucht einen neuen Kühlschrank

Letzte Woche saß ich, nichts Böses ahnend am Schreibtisch und bearbeitete die Novitäten aus dem AT Verlag. Plötzlich habe ich mich verliebt. Es war spontan und kam vollkommen unerwartet. Aber mein Gegenüber hat mich beim ersten Durchblättern sofort verzaubert. Es handelt sich um dieses formschöne Buch.

Die Irin Trish Deseine lebt seit Jahren in Frankreich und ist dort eine ziemlich erfolgreiche Fernsehköchin. Auch mehrere Kochbücher brachte sie schon zu Papier. Wir haben ihr die wunderbaren Bücher "Verrückt nach Schokolade“ und "Verrückt nach Karamell“ (beide ebenfalls im AT Verlag erschienen) zu verdanken. Und jetzt halt "I Love Cake“. Zugeben, der Titel klingt ziemlich bescheuert, aber wenigstens hat sich hier kein übermotivierter und leider untalentierter Übersetzer ausgetobt, auch im französischen Original heißt das Buch so. Und dafür, dass man sich in das Buch verlieben kann, bin ich der beste Beweis.

Ich habe mir fest vorgenommen das zu tun, was Julie Powell mit Julia Childs Kochbuch gemacht hat: Ich werde es nachbacken und an dieser Stelle berichten. Jedes einzelne Rezept. Gewisse Parallelitäten zwischen mir und Frau Powell sind schon vorhanden. Auf jeden Fall was die Größe der Küche angeht. Meine Kollegen und Mitbewohner haben mir vollste Unterstützung bei dem Projekt zugesagt. Jedenfalls was die Vernichtung der Produkte angeht. Aber ich werde mir kein Zeitlimit setzen. Gebacken wird, wenn ich backen will.
Gestern abend hab ich dann schonmal angefangen. Mit dem Rezept von Seite 192: Nektarinen-Frischkäse-Tarte mit Karamell. Die Sauce Bolognese köchelte auf dem Herd und auf der Arbeitsfläche war nicht wirklich viel Platz. Aber da ist eigentlich auch nie viel Platz, weswegen das Kochbuch bei mir immer auf dem Toaster abgestellt und mit irgendwas was halt grad da ist, abgestützt wird. Gestern wars die Flasche Rotwein, die da noch vom Bologneseansatz rumstand. Ein Foto von meiner recht eigenwilligen Methode gibt es ein anderes Mal.
Außerdem standen da noch die Kaffeemühle für die Puderzuckerherstellung, die Küchenwaage und mein altgedientes Handrührgerät. Aber da Frau Deseines vorgeschlagener Sandteig mit 4 Zutaten auskommt, klappte das alles prima. Puderzucker mit Eiern und Butter verrühren, das Mehl hineinsieben, fleißig den Mixer reinhalten, einmal mit der Hand durchkneten – Fertig.

Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und ab für ne Stunde in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit Nudeln kochen, damit das Abendessen auch noch mal irgendwann stattfinden kann.
Nach dem Essen war eine gute Stunde vergangen und ich konnte mich an die Weiterverarbeitung des Teiges machen. Den Ofen vorheizen, ein Stück Butter in die Tarteform, die Tarteform für 10 Sekunden in den Ofen, die geschmolzene Butter gleichmäßig verteilen.
Dann – der Teig. Arbeitsfläche leicht mehlen und das Nudelholz beherzt zum Einsatz bringen. Hier fiel mit dann auf, dass unser Kühlschrank wieder mal einen schlechten Tag hatte. Wir sollten den dringend mal austauschen, denn wirklich kalt ist anders. Dementsprechend riss mir der Teig auch immer wieder beim Versuch ihn in die Tarteform zu bugsieren. Nach einer fünfminütigen Fluchtirade gelang es mir schließlich (halbwegs) im vierten Anlauf. Menschen mit ähnlich schlecht gelaunten Kühlschränken empfehle ich den Teig kurz ins Gefrierfach zu legen – (Falls der Mitbewohner es nicht mit Pizza vollgestopft hat) – oder einen neuen Kühlschrank zu kaufen.Schnell noch die Luft rauslassen und zum Blindbacken in den Ofen. Ich habe ein bisschen Erfahrung darin Pies mit Pâte brisee oder Mürbeteig zu backen und hatte deswegen den Teig etwas über den Rand der Form gezogen und hübsch gemacht. Innerhalb von ca. eineinviertel Minuten wölbte sich der Teig nach unten und fiel dann dekorativ aufs Backblech. Merke: bei Sandteig keine Randverzierungen über die Form hinaus machen oder zumindest den Teig dort dicker lassen. Es roch dann auch sehr schnell verbrannt, aber der panische Blick in den Ofen sagte mir, dass der „gefallene“ Teig die Ursache für den sehr knusprigen Duft war. Nach 15 Minuten hab ich dann das Backpapier und die Linsen entfernt und den Kuchen noch mal für 5 Minuten in den Ofen geschoben.

Damit war der Backteil für die Tarte erledigt. Als nächstes musste ich dann den Karamell kochen. Frau Deseine präsentiert in ihrem Buch gefühlte 44 Methoden um Karamell herzustellen. Eine davon ist eine Dose gezuckerte Kondensmilch drei Stunden zu kochen. In der geschlossenen Dose. Ich hab schon von jemandem gehört, dem dabei die Dose um die Ohren geflogen ist, deswegen habe ich etwas Angst Respekt vor dieser Methode. Aber gestern wurde der Karamell ganz traditionell gekocht. Zucker, Wasser, Butter und Sahne. Die Sahnemenge hab ich übrigens insgesamt verdreifacht, das Karamell wurde beim abkühlen zu fest. Jetzt hab ich eine richtig schöne Soße, die ich gestern Abend in ein leeres Marmeladenglas gefüllt habe, um es heute besser transportieren zu können.

Über Nacht konnten der Boden und die Karamellsoße in Ruhe abkühlen. Heute Morgen habe ich Frischkäse mit Puderzucker und etwas Sahne vermischt und auf dem Boden verteilt. Die Nektarinen waren noch etwas hart, ließen sich so aber super in dünne Spalten schneiden.

Hier im Laden wurde der Bausatz dann zusammengesetzt und sah wirklich fast genauso wie in dem Buch aus. Ehrlich.


Geschmeckt hat er auch. Mrs. Wordmountain war ganz hingerissen. Fällt kaum auf, oder?

Frischkäse und Karamell ist eine fantastische Kombination. Und wenn grad keine Nektarinenzeit ist, kann man bestimmt auch Beeren oder Bananen nehmen. Diese Tarte wird absolut ins Repertoire übernommen.

Bis zum nächsten Backen dann.

Ich nehm übrigens Vorschläge was ich als nächstes backen soll über die Kommentarfunktion entgegen.


 

Voulez-vous cocotte avec moi?

Es gibt ein paar interessante Novitäten - die möchte ich dem geneigten Leser (sofern sich hier noch welche herumtreiben?!) nicht vorenthalten:

Vincent Klink "beglückt" seine Fans mit einem neuen Kochbuch: "Meine mediterrane Küche"
Von der Gestaltung ähnelt es dem Vorgänger "Meine Küche": eine Sammlung von Rezepten, die meistens mit einem klinkschen Küchentipp versehen sind - und mit einem Foto. Ist doch eigentlich ein gutes Zeichen, wenn man beim Betrachten der Foodfotos Hunger kriegt, oder? Beim Anblick von "Seehecht mit Spinat und Thymiankartoffeln" oder "Kalbsleber mit Lavendel und Traubensauce" geht es mir jedenfalls so - obwohl ich gerade "Tiere essen" gelesen habe... Hmmm... Fleischlos sind auf jeden Fall die "Fettuccine mit Mandeln und Bohnen" oder die "Dessertknödel mit marinierten Orangenfilets", die ich auch nicht vom Teller schubsen würde.


 

Mit bewussterem Essen beschäftigen sich ja auch die Slow Foodianer. Passend zum jährlich erscheinenden Restaurantführer "Osterie d'Italia" gibt es nun ein Kochbuch mit dem passenden Titel "Ricette di Osterie d'Italia" mit den besten Rezepten aus den italienischen Regionen. Innen drin ist das Buch eher schmucklos, da ohne Fotos. Macht aber nix, denn so reiht sich auf den über 450 Seiten ein Rezept ans andere. Die Rezepte stammen von den Köchen bzw. Wirten der jeweiligen Restaurants und umfassen die typisch italienische, traditionelle Landküche.


 

 

Benoit Molin, von dem es ja schon ein Büchlein über "Raffiniertes im Glas" gibt, hat nachgelegt und gibt den Löffel ab: Raffiniertes im LöffelIn diesem Büchlein sind 40 Rezepte für herzhafte und süße Löffelspeisen versammelt. Auf appetitanregenden Fotos werden viele der Löffelgerichte präsentiert - ganz lustig finde ich z.B. die Idee des mitzuessenden Löffels beim "Crêpe mit Krabbengratin". Ansonsten findet man eher klassische Zusammenstellungen wie beispielsweise "Thunfisch-Carpaccio" oder "Kartoffelpüree mit Spargel" oder auch "Schoko-Aprikosen-Küchlein". Der Clou liegt eben in der Präsentation auf dem Löffel...

 

 

 

 



So, und zum Schluss noch die beiden Büchern, denen dieser Beitrag seinen kalauernden Titel verdankt: Mini-Cocottes von Jean-Francois Mallet und Schmor & more von José Maréchal
Eintopf ist out, Mini-Cocottes in - so lassen es zumindest diese Bücher erahnen. Die Gerichte werden in den kleinen Töpfchen im Ofen gegart und können dann gleich dem Gast (das ist ja wohl eher eine Sache, die man für Gäste macht, oder?!) serviert werden. In den Schmortöpfchen kann man so einiges zubereiten: Schmorgerichte (logisch!), Eintöpfe, Soufflés oder Gratins. Auf den Rezeptfotos sehen die Gerichte ein bisschen so aus als kämen sie direkt aus der Puppenküche. In "Mini-Cocottes" werden nur die (gefüllten) Töpfe in Nahaufnahme gezeigt - das hat den Effekt, dass z.B. bei den "Jakobsmuscheln mit Ingwer und duftenden Kräutern" eine recht überdimensioniert wirkende Jakobsmuschel im Töpfchen liegt. Oder im "Bouillon mit Rindfleisch, Koriander, Zitronengras und Sternanis" eine riesige Limettenspalte in der Brühe dümpelt...
Auf den Fotos in "Schmor & more" stehen meist mehrere Töpfchen auf dem Tisch. Da stimmen die Größenverhältnisse wieder.
Meine Kollegin Nicole findet die Mini-Cocottes ja "niedlich" - stimmt ja auch irgendwie. Und zum Gäste beeindrucken eignen sich die Gerichte allemal...